Tagungen

IV. FORUM KUNST DES MITTELALTERS / FORUM MEDIEVAL ART

IV. FORUM KUNST DES MITTELALTERS / FORUM MEDIEVAL ART
Berlin und Brandenburg, 20.-23.09.2017

Sektionenausschreibung / Call for Sessions

[please scroll down for English version – version
française ci-dessous]

360° – Verortung, Entgrenzung, Globalisierung

Das vierte Forum Kunst des Mittelalters widmet sich schwerpunktmäßig Themenbereichen, die an den geographischen und methodischen Grenzen klassischer Mittelalterforschung angesiedelt sind. Ausgangspunkt sind die Veranstaltungsorte Berlin und Brandenburg an der Havel, wo einerseits lokale mediävistische Themen zu verhandeln, andererseits reiche Sammlungsbestände zu byzantinischer und vorderasiatischer Kunst vorhanden sind. Entsprechend wird es um die Interaktion zentraleuropäischer Kunst des Mittelalters mit künstlerischer Produktion in anderen Regionen gehen: von Osteuropa über den byzantinischen Bereich, den Vorderen Orient, die Kaukasusregion und den Mittelmeerraum bis hin zu den britischen Inseln und dem Ostseeraum. Damit sollen auch Forschungsbereiche wie die Byzantinistik oder die Islamische Kunstgeschichte in den Fokus des mediävistischen Bewusstseins gerückt werden, gerade vor dem Hintergrund der massiven Gefährdungen künstlerischer und architektonischer Denkmäler im Vorderen Orient. Zu thematisieren sind etwa Phänomene wie Migration, Medientransformation und kulturelle Paradigmenwechsel. Indem wir nach kulturell prägenden Regionen an den Grenzen „Europas“ und nach transkulturellen Kontaktzonen fragen, können auch Definitionen von Mittelalter zur Debatte gestellt werden. – Als Pendant zu diesem Rundblick soll auch die Forschung zur Region Brandenburg/Berlin präsentiert werden. Dazu gehören ebenfalls Themen der museologischen und kunstwissenschaftlichen Geschichte Berlins, wo die Erschließung von Zonen kulturellen Austauschs eine lange Tradition hat.

Ihre Vorschläge für Sektionen richten Sie bitte bis spätestens 1. Juni 2016 an
mail@mittelalterkongress.de

Nach Auswahl der Sektionsvorschläge wird der Call for Papers voraussichtlich im Juli 2016 veröffentlicht.

Deutscher Verein für Kunstwissenschaft
Organisation: Christian Freigang und Antje Fehrmann (Freie Universität Berlin), Kai Kappel und Tina Zürn (Humboldt-Universität Berlin) mit weiteren Partnern in Berlin und Brandenburg
www.mittelalterkongress.de

—————————————————————

IV. FORUM MEDIEVAL ART
Berlin and Brandenburg, September 20 – 23, 2017

CALL FOR SESSIONS

360° – Places, Boundaries, Global Perspectives

The 4th Forum Medieval Art will focus on research at the geographical and methodological boundaries of classical medieval studies. The various venues in Berlin and Brandenburg are the starting point, where, on the one hand, local medieval topics will be discussed, and on the other hand, the rich collections of Byzantine and Middle Eastern art are available. Accordingly, the conference will highlight the interaction of Central European medieval art and artistic production with other regions ranging from Eastern Europe, Byzantium, the Middle East, the Caucasus and the Mediterranean to the British Isles and the Baltic region. Thus research areas such as Byzantine Studies or Islamic Art History will be brought into the focus and consciousness of medieval studies, particularly in the context of the severely threatened artistic and architectural monuments of the Middle East. Especially welcome are topics discussing phenomena such as migration, media transformation and cultural paradigms. By asking for culturally formative regions at the borders of „Europe“ and transcultural contact zones, definitions of the Middle Ages can be put up for debate. As a counterpart to this panorama, research about the region of Brandenburg and Berlin will also be presented. This includes subjects of museum studies and the history art of and in Berlin, where the development of areas of cultural exchange has a long tradition.

Please send your submission until June 1, 2016, to
mail@mittelalterkongress.de

Deutscher Verein für Kunstwissenschaft
Organisation: Christian Freigang and Antje Fehrmann (Freie Universität Berlin), Kai Kappel and Tina Zürn (Humboldt-Universität Berlin) with further partners in Berlin and Brandenburg
www.mittelalterkongress.de

—————————————————————

IV. FORUM ART MEDIEVAL
Berlin et Brandenburg, 20.-23.09.2017

CALL FOR SESSIONS

360° – Lieux, Frontières, Mondialisation

Le quatrième « Forum Kunst des Mittelalters » sera consacré à des thématiques situées aux confins géographiques et méthodologiques des recherches classiques médiévistes. Les lieux où se déroulent le colloque, Berlin et Brandenburg, y servent comme points de départs : d’une part, il existe un riche patrimoine médiéval dans cette région, d’autre part les musées abritent des collections particulièrement riches, notamment en arts byzantin et du Proche-Orient. Suivant cette programmatique il s’agira de traiter les interactions multiples entre les arts de l’Europe centrale, d’un côté, et les productions artistiques dans d’autres régions : de l’Europe de l’est, à travers l’Empire byzantin, le Proche-Orient, la région caucasienne, le bassin méditerranéen, jusqu’aux Îles britanniques et le Baltique. On essayera également de mettre en relief l’importance d’autres disciplines telles que l’histoire de l’art byzantin ou l’histoire de l’art musulman, en pleine considération des périls qui menacent actuellement les monuments artistiques et architecturaux du Proche-Orient. Seront à approfondir des phénomènes tels que la migration artistique, la transformation médiatique, ou les changements de paradigmes culturels. En étudiant des régions influentes aux confins de « l’Europe » et des zones d’enchevêtrements culturels il aura aussi lieu de s’interroger sur la notion de « Moyen Âge ». – Parallèlement à ce tour d’horizon, l’occasion est donnée de présenter les recherches sur la région de Berlin/Brandenburg, y inclus l’histoire des collections et de l’histoire de l’art à Berlin où la mise en valeur des zones d’échange interculturel connaît une longue tradition.

Les propositions de séance sont à soumettre jusqu’au 1er juin 2016 par e-mail à l’adresse suivante :
mail@mittelalterkongress.de

Deutscher Verein für Kunstwissenschaft
Organisation: Christian Freigang et Antje Fehrmann (Freie Universität Berlin), Kai Kappel et Tina Zürn (Humboldt-Universität Berlin) avec d’autres partenaires à Berlin et Brandenburg
www.mittelalterkongress.de

Internationaler Mittellatein Kongress „Mittellatein vernetzt“

Für den Internationalen Mittellatein-Kongress (Medialatinitas), der vom 17. – 21.9.2017 an der Universität Wien stattfinden wird und diesmal eine etwas stärker interdisziplinär orientierte Thematik hat („Mittellatein vernetzt“), wurde der Call for Papers bis zum 15. Juli 2016 verlängert. Interessenten, die selbst einen Vortrag halten wollen, werden darum gebeten, bis Mitte Juli ein Abstract einzureichen. Alle näheren Informationen inkl. dem Call for Papers sind auf der Homepage der Tagung ablesbar: http://mittellatein.univie.ac.at/eventsconferences/medialatinitas2017/

 

34. Deutscher Kunsthistorikertag: Kunst lokal – Kunst global

34. Deutscher Kunsthistorikertag
Call for Papers

Dresden, Technische Universität, 8.–12.03.2017

Kunst lokal – Kunst global

Vor dem Hintergrund beschleunigter Prozesse kultureller Transformation, aber auch ganz aktueller Debatten über Kulturgutverlagerung und das Erleben von Kulturgutver­nich­tung haben es sich der Verband Deutscher Kunsthistoriker e. V. und das Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der Technischen Universität Dresden als gemeinsame Veranstalter des nächsten Kunsthistorikertages zur Aufgabe gemacht, unter dem Motto „Kunst lokal – Kunst global“ Fragen nach dem Spannungsfeld von Lokalität und Globa­li­tät in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen und fachpolitischen Diskussion zu stel­len.

Kontinuität und Wandel auf dem Gebiet der Kunstgeschichte sollen diesbezüglich histo­risch weiträumig ausgelotet und der Bogen von den Voraussetzungen in älteren Kulturen bis hin zu den gesellschaftlichen und politischen Fragen der Gegenwart geschlagen werden. Dresden bietet für diese Zusammenhänge einen überaus geeigneten historischen und gegenwärtigen Rahmen: Seit dem Mittelalter haben sich dort Kulturen überlagert, wurden Erzeugnisse anderer Kulturen – von der Zeit Augusts des Starken bis hin zur Künstlervereinigung „Die Brücke“ – gesammelt und in die eigene integriert. Aber es gab und gibt auch Verweigerungen, lokale Kunst und Kultur in Beziehung zu globalen Phänomenen zu setzen. Somit lassen sich hier Fragen nach Konstruktionen neuer wie Destruktionen alter Identitäten besonders gewinnbringend diskutieren – Fragen nach dem tatsächlichen, dem gesellschaftlichen und dem ideellen Ort der Kunst in einer gesamtdeutschen, aber auch in einer gesamteuro­päischen und globalen Vergangenheit, deren Beantwortung bis in die unmittelbare Gegenwart reicht.

Hier spielt die historische Perspektive der Kunstgeschichte eine besondere Rolle: Inwiefern sind künstlerische Traditionen an Orte gebunden, regional oder national konnotiert? Und inwiefern bilden sie sich im Zuge der Begegnungen unterschiedlicher Kulturen heraus, die die Kunstgeschichte Europas seit Jahrhunderten bestimmen? Welche Rolle spielt dabei die Präsenz von Objekten außereuropäischer Kulturen, früher Belege der Globalisierung? In welcher Form wurden und werden europäische Formen der Kunst auf anderen Kontinenten rezipiert? Wie konstituieren sich Zentren der Avantgarde? Wie bestimmend sind topografisch-räumliche Aspekte und Aspekte der Migration für die Kunstpraxis der Gegenwart? Ist im Sinne einer „Glokalisierung“ von der zunehmenden Verschmelzung lokaler, regionaler und globaler Ebenen aus­zugehen? Welche Rolle spielen in der Erkenntnis und Aufarbeitung derartiger Ver­knüpf­ungen die global art history, welche die räumlich enger begrenzten Arbeits­felder der Kunstgeschichte?

Neben der expliziten inhaltlichen Ausrichtung sollen die Sektionen möglichst breit die aktuellen wissenschaftlichen Diskurse der verschiedenen kunsthistorischen Berufs­gruppen (am Museum, im Bereich des Denkmalschutzes, der Hochschulen und der freien Berufe) abbilden, aber auch zum Austausch zwischen Institutionen und Netz­werken und deren Akteurinnen und Akteuren beitragen. Die verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkte der Programmsektionen belegen dabei anschaulich, wie die Frage nach den Wechselwirkungen lokaler, regionaler und globaler Aspekte von Kunst­pro­duktion und -rezeption den Zusammenhang von Topografie und Identität in einer globa­lisierten und kulturell vielfältigen Gesellschaft berührt, die von divergierenden politi­schen und religiösen Leitbildern und Mentalitäten geprägt ist. Der Vorstand des Ver­ban­­des Deutscher Kunsthistoriker e. V. und das Institut für Kunst- und Musikwis­sen­schaft der Technischen Universität Dresden möchten aus diesem Grund die verschie­denen kunsthistorischen Berufsgruppen für eine intensive Diskussion auf dem 34. Deutschen Kunsthistorikertag gewinnen. Entsprechend wurden solche Sektionen gewählt, die kunsthistorisch für die Fragestellung relevante Kontexte neu in den Blick nehmen: etwa globale Objektmigration und lokale Sammlungspraxis, globale Roman­tik oder die analoge und digitale Mobilität fotografischer Bilder. Durch die neuesten di­gi­talen und medienpolitischen Entwicklungen werden nicht zuletzt die Museen vor neue Aufgaben gestellt, die eine kritische Selbstbefragung und Selbstvergewisserung dring­end erforderlich machen. Hier stellen sich die Fragen nach der Lokalität, Globalität und „Glokalität“ von Kunstgegenständen und den Herausforderungen einer gewandelten Rezipientenschaft.

Nach der Sektionsausschreibung im Herbst 2015 sind nun interessierte Kolleginnen und Kollegen herzlich dazu aufgefordert, ihr Exposé (1–2 Seiten) für Einzelvorträge in den unten genannten Sektionen an die Geschäftsstelle des Verbandes zu senden. Die Auswahl der Vorschläge (pro Sektion sind fünf 30-minütige Vorträge möglich) nehmen die Sektionsleiter/-innen und die Vorstandsmitglieder in gemeinsamer Sitzung vor.

Einsendeschluss für Exposés ist der 15.05.2016.

Verband Deutscher Kunsthistoriker e. V.
Haus der Kultur
Weberstraße 59a
53113 Bonn

info@kunsthistoriker.org

Die Sektionen werden auf der Homepage des Verbands Deutscher Kunsthistoriker vorgestellt: www.kunsthistoriker.org/kunsthistorikertag

34th Congress of German Art Historians
Call for Papers

Technische Universität Dresden, March 8–12, 2017

Art Local – Art Global

Taking into consideration not just accelerating processes of cultural transformation but also current debates about the dislocation of cultural assets and the experience of the destruction of such assets, the Association of German Art Historians and the Institute of Art and Music at the Technische Universität Dresden, as co-hosts of the next Congress of German Art Historians, have decided to place questions about the tension between the local and the global at the center of the scholarly and disciplinary discussion.

With this in mind, we hope to explore continuity and change in the field of art history in a historical sense, building a bridge between the conditions of the past and the social and political questions of the present. Dresden offers a very fitting historical and contemporary framework in this context. Beginning in the medieval period, the city has witnessed a layering of cultures; from the era of August the Strong up through the artistic collective of “Die Brücke,” products from other cultures have been collected and integrated into Dresden’s own cultural production. However, there has been and continues to be resistance against seeing local art and culture in relation to global phenomena. For this reason, Dresden provides an ideal setting in which to discuss the construction of new identities and the destruction of old ones. We will address questions about the actual, social, and ideal place of art in not only the overall German but also the entire European, as well as global past, whose influence extends into the present.

To what extent are artistic traditions bound to places, in either the regional or national sense? And to what extent are they constructed in the meeting of different cultures, which has shaped the European history of art for centuries? What role does the presence of objects from non-European cultures play as early evidence of globalization? In what form were, and are, European forms of art received on other continents? How do they constitute the centers of the avant-garde? How important are qualities of topographical space and aspects of migration in determining the art practice of the present? Based on the increasing amalgamation of the local, regional and the global, should we think about a “glo-caliztion?” What role does global art history play in the recognition and reworking of these kinds of connections and what role is played by more spatially circumscribed fields of art history?

In addition to the explicit thematic orientation, the sections should represent the current scholarly discourses of different art historical professional groups (museum, monument preservation, university, freelance) as broadly as possible. However, they should also contribute to the exchange between institutions, networks and their actors. The various emphasized subject matters of the program sections graphically attest to how issues of interaction between local, regional and global aspects of art production and reception touch on the connection of topography and identity in a global, culturally varied society that is shaped by divergent political and religious concepts and mentalities. For this reason, the executive committee of the Association of German Art Historians and the Institute of Art and Music at the Technische Universität Dresden would like to bring together the different professional groups for an intensive discussion at the 34th Congress of German Art Historians. Consequently, those sections were chosen that take a new view of art historical issues in the relevant contexts, such as the global migration of objects and local collecting practices, global Romanticism or the analogue and digital mobility of photographic images. Due to the most recent digital and media-political developments, museums in particular are confronted with new tasks that make a critical self-examination extremely necessary and pose imperative questions about the locality, globality, and “glocality” of art objects and the challenges of an altered recipient profile.

Following the call for sections in fall of 2015, all interested colleagues are now strongly encouraged to submit their proposals (1-2 pages) for individual lectures in the sections listed below to the administrative office of the Association. The selection of proposals (each section will include five 30-minute lectures) will be made by the section leaders and the executive committee in a joint session.

Verband Deutscher Kunsthistoriker e. V.
Haus der Kultur
Weberstraße 59a
53113 Bonn
Germany
info@kunsthistoriker.org

The deadline for proposals is May 15th, 2016.

The Sections are presented on the homepage of the German Art Historians: www.kunsthistoriker.org/kunsthistorikertag

Tagung: Heiligkeiten. Konstruktionen, Funktionen und Transfer von Heiligkeitskonzepten im europäischen Früh- und Hochmittelalter

27. bis 29. Oktober 2016, Internationales Begegnungszentrum (IBZ),
Kiellinie 5, 24105 Kiel

Veranstalter:
Prof. Dr. Andreas Bihrer und Fiona Fritz
(Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Historisches Seminar)

Ablauf:
Donnerstag, 27. Oktober 2016
16.30 Uhr Andreas Bihrer (Kiel) / Fiona Fritz (Kiel): Begrüßung und
Einführung

I. Konstruktionen
Moderation: Klaus Böldl
17.00 Uhr Jens Eike Schnall (Bergen): The Construction and Negotiation
o‎f Sanctity in Old Norse Literature
18.00 Uhr Paul Gazzoli (Cambridge): Monk, Bishop, Missionary, Martyr:
Different Approaches to the Sanctity of St Ansgar

Freitag, 28. Oktober 2016
Moderation:Fiona Fritz
9.00 Uhr Eva von Contzen (Freiburg): Vernacular Saints‘ Legends and
the Power of Narrative
10.00 Uhr Sara Ellis Nilsson (Göteborg): Forming and Fashioning New
Scandinavian Saints: Liturgy and its Context
11.00 Uhr Kaffeepause
11.30 Uhr Führung durch die Ausstellung „Gott und die Welt. Vom
sakralen zum autonomen Bild 1871-1918“ in der Kunsthalle zu Kiel

II. Funktionen
Moderation: Janina Lillge
14.00 Uhr Christian Oertel (Erfurt): Darstellung und Funktion von
Heiligkeit im Schweden des 13. Jahrhunderts. Die Beispiele St. Elin,
St. Erik und St. Henrik
15.00 Uhr Eva Ferro (Freiburg): Der Heilige und seine liturgische
Verehrergemeinschaft: Frühmittelalterliche Hagiopraxis am Beispiel
des Kultes von Zeno von Verona

Moderation: Rike Szill
16.30 Uhr Jérémy Winandy (Freiburg): Hagiographie in Fleury –
Heiligkeit im Dienste der Gemeinschaft?
17.30 Uhr Karolin Künzel (Kiel): St. Ælfheah. Ein angelsächsischer
Heiliger im Kontext der normannischen Eroberung
18.30 Uhr Philipp Frey (Kiel) / Fiona Fritz (Kiel): Online Hagiography
Sourcebook – Hagiographie und Digital Humanities

III. Transfer
Moderation: Andreas Bihrer
19.00 Uhr Haki Antonsson (London): Texts, Images, and Transference:
The Construction of St Jón Ögmundarson of Hólar and his Saga

Samstag, 29. Oktober 2016
Moderation: Stephan Bruhn
9.00 Uhr Julia Weitbrecht (Kiel): Der Hl. Oswald: Märtyrer oder
Asket? Zum Transfer von Heiligkeitsmodellen im Spannungsfeld von
Latinität und Volkssprache
10.00 Uhr Uta Kleine (Hagen): Von Thomas Becket zu Engelbert von
Köln: Die Erneuerung der Idee des blutigen Martyriums im Zeichen der
„libertas ecclesiae”
11.30 Uhr Klaus Herbers (Erlangen):Übertragene Heiligkeit –
Reliquientranslationen und die Folgen
12.30 Uhr Felicitas Schmieder (Hagen): Schlussdiskussion

Ein Tagungsbeitrag wird nicht erhoben.
Anmeldung bis zum 26. Oktober unter rahn@histosem.uni-kiel.de

Nikolaus von Kues: Denken im Dialog

Vom 20. bis 22. Oktober 2016 findet das Internationale Symposion des Wissenschaftlichen Beirats der Cusanus-Gesellschaft und des Instituts für Cusanus-Forschung an der Universität und der Theologischen Fakultät Trier statt. In diesem Jahr steht die Tagung unter dem Thema „Nikolaus von Kues: Denken im Dialog“. Nikolaus von Kues (1401-1464) hat selbst Dialoge verfasst und viele seiner Schriften besitzen eine dialogische Struktur oder lehnen sich an diese an. Zudem befand sich Cusanus in seinem Denken und seinen Werken immer wieder im Gespräch mit der Tradition und nicht zuletzt mit seinen Zeitgenossen. Die Referentinnen und Referenten werden in ihren Vorträgen diese verschiedenen Ebenen des Dialogs bzw. des dialogischen Prinzips bei Cusanus beleuchten.

Nähere Informationen und einen Ablauf finden Sie unter:

https://www.uni-trier.de/fileadmin/forschung/CUSANUS/Symposion_2016_Programm.pdf

Internationale Tagung: Einfluss und Austausch im ‚großen Europa‘ des 12. Jahrhunderts: Wissen, Menschen und Bilder

Die Nationale Forschungsuniversität ‚Higher School of Economics‚, Moskau, und das Deutsche Historische Institut Moskau veranstalten am 14. und 15. Oktober 2016 eine internationale Tagung zum Thema „Einfluss und Austausch im ‚großen Europa‘ des 12. Jahrhunderts: Wissen, Menschen und Bilder“. Die Tagung findet in Vladimir statt.

Programm:

Freitag, den 14. Oktober 2016

09.00 – 09.30           Eröffnung der Tagung. Begrüßung: Michail Bojcov (HSE Moskau), Nikolaus Katzer (DHI Moskau).

09.30 – 10.30           Gerhard Lubich (Ruhr-Universität Bochum). Europa neu kartieren? Versuch einer Typologie europäischer Austauschmechanismen, Netzwerke und Interaktionsräume.

10.30 – 11.30           Alexandr Nazarenko (InstAllgGesch RAW / InstRusGesch RAW Moskau). Das Jahr 1147: Westlicher Kontext und Subtext eines russisch-byzantinischen Kirchenstreits.

11.30 – 12.00 Uhr: Tee- und Kaffeepause

12.00 – 13.00           Stefan Burkhardt (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg). Fern und doch nah. Das Reich und der Mittelmeerraum im 12. Jahrhundert.

13.00 – 14.00           Bruno Klein (TU Dresden). Italienische Künstler in Europa – Überlegungen zu Typen und Strukturen mobiler Ateliers im 12. Jahrhundert.

14.00 – 15.00 Uhr: Mittagspause

15.00 – 16.00           Andrej Vinogradov (HSE Moskau). Die Geburt des Bildes aus dem Geiste der Krise: Theologie, Ikonographie und Liturgie im „Byzantinischen Commonwealth“ im 12. Jh.

16.00 – 17.00           Valentino Pace (Universität Udine). Im Glanz Konstantinopels: die „spätkomnenische“ Malerei in Italien.

17.00 – 17.30 Uhr: Tee- und Kaffeepause

17.30 – 18.30           Harald Wolter–von dem Knesebeck (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn). Musterbücher im langen 12. Jahrhundert.

18.30 – 19.30           Alexandr Preobraženskij (Lomonossov-Universität Moskau). Byzantinische und westliche Bestandteile der Kunstkultur in der Vladimir-Suzdaler Rus’: Mechanismen der Interaktion.

19.30 Uhr: Abendessen

Samstag, den 15. Oktober 2016

09.00 – 10.00           Paolo Sanvito (Universität Federico II. Neapel). Der architektonische Formenschatz und die Bauplastik an romanischen Bauten: Versuch einer Gegenüberstellung des Fürstentums Vladimir-Suzdal‘ und Italien.

10.00 – 11.00           Sara Kuehn (Institut für Religionswissenschaften, Universität Wien / The Nantes Institute for Advanced Study). ‘In Power the Emperor is like unto God’: Ideological Trappings of the Pre-Mongol Sculptural Reliefs of Vladimir-Suzdal‘: Solomon, David, Alexander the Great and the Beastly Court.

11.00 – 11.30 Uhr: Tee- und Kaffeepause

11.30 – 12.30           Vladimir Sedov (InstArch RAW / Lomonossov-Universität Moskau). Das Zusammenwirken romanischer und russischer Baumeister in der Architektur von Vladimir und Suzdal‘ im 12. Jahrhundert.

12.30 – 13.30           Igor Danilevskij (HSE Moskau). Die altrussischen Fürsten, die italienischen Baumeister und die jüdischen Apokryphen.

13.30 – 14.30 Uhr: Mittagspause

14.30 – 15.30           Dmitrij Dobrovol’skij (HSE Moskau). Die Vorstellungen altrussischer Buchgelehrter der vormongolischen Zeit von der Dogmatik und Liturgik der westlichen Kirche.

15.30 – 16.30           Pëtr Stefanovič (HSE Moskau). Das Geldsystem in der Rus‘ im 12. Jh.: Äußere Einflüsse und eigenständige Lösungen.

16.30 – 17.00 Uhr: Tee- und Kaffeepause

17.00 – 18.00           Pavel Lukin (InstRusGesch RAW Moskau). Nowgorod – Vorpommern – Skandinavien im Baltikum des 11. – 12. Jh.: Kontakte, Einflüsse, Gegenüberstellungen.

18.00 – 19.00           Schlussdiskussion

19.00 Uhr: Abendessen

Hier finden Sie die Ankündigung und das Programm als Download.

Tagung: Jenseits des Königshofs – Bischöfe und ihre Diözesen im nachkarolingischen ostfränkisch-deutschen Reich (850-1100)

12. bis 14. Oktober 2016, Internationales Begegnungszentrum (IBZ),
Kiellinie 5, 24105 Kiel

Veranstalter:
Prof. Dr. Andreas Bihrer und Stephan Bruhn, M.A. (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Historisches Seminar) in Zusammenarbeit mit dem Akademien-Projekt „Germania Sacra. Die Kirche des Alten Reiches und ihre Institutionen“ in Göttingen

Ablauf:
Mittwoch, 12.10.2016
16.00 Uhr Andreas Bihrer (Kiel) / Stephan Bruhn (Kiel): Begrüßung und Einführung

I. Akteure und personale Beziehungen
Moderation: Oliver Auge
16.30 Uhr Jens Lieven (Bochum): Bischofsmemoria im Spiegel der Memorialüberlieferung
17.15 Uhr Kaffeepause
17.45 Uhr Dominik Waßenhoven (Köln): »Ecclesiam ob libertatem civitatis«. Worms und Köln in Zeiten umstrittener Herrscherwechsel (ca. 980-ca. 1030)
18.30 Uhr Abendvortrag von Gerd Althoff (Münster): Sächsische Bischöfe im Spannungsfeld zwischen Bistums- und Reichsinteressen. Strategien und Regeln politischer Einflussnahme im 10. und 11. Jahrhundert

Donnerstag, 13.10.2016
Moderation: Janina Lillge
10.00 Uhr Lioba Geis (Köln): Kirchenrechtliche Norm vs. diözesane Praxis? Strategien des Umgangs mit Simonie im 10. und 11. Jahrhundert
10.45 Uhr Kaffeepause

II. Die Diözese als Raum
11.15 Uhr Helmut Flachenecker (Würzburg): Forst- und Wildbannrechte als Grundlagen für weltliche Herrschaft von Bischöfen um 1000 – Beispiele aus Franken
12.00 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr Jörg Bölling (Göttingen): Petrinische Performanz? Bischöfliche Liturgie im salierzeitlichen Bremen und Minden
14.45 Uhr Nathalie Kruppa (Göttingen): Die bischöflichen Pfarrkirchen in der mittelalterlichen Diözese Hildesheim
15.30 Uhr Kaffeepause

Moderation: Fiona Fritz
16.00 Uhr Theo Riches (Münster): Mehr als eine Sakrallandschaft: die Stifte der Diözese Cambrai-Arras in den Schriften und Versammlungen des 11. Jahrhunderts

III. Modelle und Konzepte
16.45 Uhr Matthew Mesley (Zürich): Episcopal Ideals in the Diocese: Hierarchy and Masculinity in the Eleventh-Century Episcopal Lives of Cologne
17.30 Uhr Kaffeepause
Moderation: Gerhard Fouquet
18.00 Uhr Abendvortrag von Thomas Zotz (Freiburg): In der Tradition karolingischer Hofkultur: Höfische Wertvorstellungen im literarischen Erscheinungsbild von Bischöfen der ottonisch-salischen Zeit

Freitag, 14.10.2016
Moderation: Fiona Fritz
9.15 Uhr Thomas Krüger (Augsburg): Nachahmung königlicher Herrschaft? Überlegungen zu Funktion und Bedeutung früher bischöflicher Siegelurkunden
10.00 Uhr Jérémy Winandy (Freiburg): Äbte und Bischöfe im Kampf um die monastische Exemtion im Spiegel hagiographischer Quellen
10.45 Uhr Kaffeepause
11.15 Uhr Sebastian Scholz (Zürich): Die causa Formosiana aus der Sicht der Kleriker Auxilius und Vulgarius
12.00 Uhr Hedwig Röckelein (Göttingen): Zusammenfassung
12.30 Uhr Schlussdiskussion

Gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung
Ein Tagungsbeitrag wird nicht erhoben.
Anmeldung bis zum 11. Oktober unter rahn@histosem.uni-kiel.de

Der Rotulus im Gebrauch. Einsatzmöglichkeiten, Gestaltungsvarianz und Aussagekraft einer Quellengattung

Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal (21.-23. September 2016)

Der Rotulus im Gebrauch
Einsatzmöglichkeiten, Gestaltungsvarianz und Aussagekraft einer Quellengattung

Il rotulus in uso
Possibilità di utilizzo, poliedricità e forza espressiva di una tipologia di fonte scrittoria

Gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung

Programm:

Mittwoch, 21.09.2016

Sektion 1: Annäherung an eine Quellengattung: Gebrauchsfelder und Darstellungen (Sektionsleitung am Vormittag Andreas Meyer, am Nachmittag Maria Pia Alberzoni)

9.00     Einleitung
Jochen Johrendt

9.35     Entrollte Liturgie. Rotuli für Exsultet und Litanei, Messformular und Schatzverzeichnis
Jörg Bölling

10.20   Pilgerführer und literarische Aufführungstexte in Form von Rotuli
Nine Miedema

Kaffeepause (11.05-11.30)

11.30   I „Rotuli dei lettori“ dello Studium di Bologna
Berardo Pio

12.15   Die Welt im Fluss – eine Universalchronik in Rotulusform
Elena Vanelli

Mittagspause (13.00-14.00)

14.00   I rotoli della canonica e del monastero di S. Ambrogio nei secoli XII-XIII: tipologia ed esempi
Miriam Tessera

14.40   Note in margine al rotulus ASV, A.A., Arm. I-XVIII, 3913: la costruzione di un documento processuale
Pietro Silanos

15.20   AMS AA 275, fol. 5 – ein portables Missivenbuch? Überlegungen zur pragmatischen Schriftlichkeit während der Burgunderkriege
Bastian Walter-Bogedain

Kaffeepause (16.00-16.30)

16.30   Scritture su rotolo nell’archivio abbaziale di San Benigno di Fruttuaria
Alfredo Lucioni

17.10   Il rotolo San Domenico 77/7411: analisi paleografico-diplomatistica di un inedito actum giudiziario 
Annafelicia Zuffrano

17.40   Il rotolo San Domenico 77/7411: storia di un processo bolognese (fine XIII-inizio XIV secolo)
Lorenza Iannacci

Donnerstag, 22.09.2016

9.00     Eröffnung der Ausstellung einiger Rotuli aus der Privatsammlung von Prof. Dr. Mark Mersiowsky in der Universitätsbibliothek Wuppertal (Foyer der Universitätsbibliothek)

Sektion 2: Der Rotulus als materielle Perspektive auf Rationalisierung und Verdich­tung am Übergang vom Hoch- zum Spätmittelalter (Sektionsleitung am Vormittag Étienne Doublier und am Nachmittag Federico Gallo)

2.1 Der administrative und wirtschaftliche Wandel vom 12. zum 13. Jahrhundert

9.45     Frühe Rotuli aus der Finanzverwaltung: Ein Überblick
Mark Mersiowsky

Kaffeepause (10.30-10.55)

10.55   Pragmatic methods of record-keeping? The English chancery rolls between the thirteenth and the fourteenth centuries
Barbara Bombi

11.40   Tracce di rotuli nella documentazione inquisitoriale italiana (secc. XIII-XIV)
Riccardo Parmeggiani

Mittagspause (12:25-13:25)

2.2 Der Wandel im administrativen Bereich: Rotulus und Codex

13.25   Das Urbar als Rotulus. Eine regionale Sonderform? Zum Habsburger Urbar vom Ende des 13. Jahrhunderts
Christian Lackner

14.05   Die Rotuli von St. Viktor in Xanten als Moment des aktiven Zugriffs auf Ressourcen
Jochen Johrendt

14.45   Tra rotulus e codex: l’amministrazione del comune di Bergamo nel XIII secolo
Lucia Dell’Asta

Kaffeepause (15.25-15.50)

15.50   Rotulus und Herrschaftsverdichtung am Beispiel der Güterliste Philipps von Heinsberg
Étienne Doublier

16.30   La donazione di Bernabò Visconti agli ospedali milanesi (1359): rotoli nell’archivio dell’Ospedale Maggiore
Paolo M. Galimberti

17.10   The roll n. 3 of Arezzo’s Church: law and memory in the Regnum Italiae (IX-XI centuries)
Igor Santos Salazar

17.40   Entwicklung und Erinnerung eines Verfahrens kaiserlicher Delegierter in einem Rotulus aus Vercelli
Alberto Spataro

Freitag, 23.09.2016

Sektion 3: Folgen für die archivalische und editorische Bewahrung/Aufbereitung (Sektionsleitung Irmgard Fees)

9.00     Der Rotulus aus der Perspektive des Archivs – Verwahrung, Digitalisierung, Verzeichnung und Bereitstellung
Francesco Roberg

9.45     Erhalt und Benutzung als Ziele: konservatorisch-restauratorische Behandlung und digitale Bereitstellung der Rotuli im Landesarchiv NRW
Johannes Burkardt

Kaffeepause (10.30-10.55)

10.55   L’archivio di Stato di Perugia e il progetto di digitalizzazione
Pier Maurizio della Porta

11.40   Materialität in die Edition übersetzen – Benutzerspuren als Editionsgegenstand aus editionswissenschaftlicher Perspektive
Ursula Kocher

12.25   Schlussdiskussion

Tagungsort:
Bergische Universität Wuppertal
Raum: O.07.24
Gaußstraße 20
42119 Wuppertal

Kontakt:
Sekretariat Mittelalterliche Geschichte
mittelalter@uni-wuppertal.de
Raum N.10.08
Gaußstraße 20
42119 Wuppertal

Rotuli – Papyrus-, Pergament- oder Papierstücke in Form von Rollen – sind in fast jedem Archiv Europas überliefert. Sie waren als Medium der Informationsspeicherung und -anpassung vor allem als Instrument der Administration im Gebrauch. Die internationale Tagung wird sich mit dieser Quellengattung in drei Perspektiven auseinandersetzen, den Einsatzmöglichkeiten und jeweiligen kontextspezifischen Fähigkeiten der Rotuli, ihrem Einsatz in administrativ-wirtschaftlichen Zusammenhängen und schließlich dem Komplex ihrer Bewahrung, Restaurierung, Digitalisierung und Aufarbeitung sowohl in Archiven/Bibliotheken als auch in gattungsspezifischen Editionen.

I rotuli – strisce di papiro, pergamena o carta arrotolate fino a costituire, appunto, un rotolo – sono una tipologia di fonte rinvenibile in pressoché tutti gli archivi europei. Essi erano utilizzati in primo luogo come supporti per la registrazione e l’aggiornamento di informazioni nonché come strumenti amministrativi. Il convegno internazionale si confronterà con questa tipologia di fonte da tre differenti prospettive: le possibilità di utilizzo e le potenzialità specifiche dei rotuli nei singoli contesti d’impiego, l’uso di essi in ambito economico-amministrativo e, infine, la loro conservazione, restaurazione, digitalizzazione e fruizione presso archivi e biblioteche, come pure la realizzazione di edizioni che tengano conto delle specificità della tipologia di fonte.

Flyer der Veranstaltung und Link auf die Homepage der Bergischen Universität Wuppertal.

Tagung: Objekte und Objekthaftigkeit in der Hildesheimer Kunst des 12. und 13. Jahrhunderts

Die „Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft“ ist eine der ältesten deut­schen Wissenschaftsgesellschaften mit Sitz in Bonn. Sie hat sich zum Ziel ge­setzt, in Bewahrung ihres im katholischen Glauben wurzelnden Gründungsauf­tra­ges wissenschaftliches Leben auf den verschiedenen Fachgebieten anzuregen und zu fördern und die Gelegenheit zum interdisziplinären Austausch zu bieten. Die 119. Generalversammlung der Görres-Gesellschaft findet dieses Jahr vom 17.09.-20.09. in Hildeheim statt.

Sektion für Kunstgeschichte
der 119. Generalversammlung der Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft in Hildesheim, 17.09.–20.09.2016

Programmauszug

-Samstag, 17. September 2016, VHS, Riedelsaal, Pfaffenstieg 4-5

18.00 Uhr            Einführungsvortrag von Prof. Dr. Michael Brandt, Hildesheim: Columna S. Barwardi. Kunst und Kult im hochmittelalterlíchen Hildesheim

-Sonntag, 18. September 2016

14.00 Uhr bzw. 14.30 Uhr/15.30 Uhr: Führungen durch St. Michael bzw. den Hildesheimer Dom bzw. das Dommuseum Hildesheim

ab 19.30 Uhr: Treffen der Sektion Kunstgeschichte im Os-Marktrestaurant, Am Markt 7, 31134 Hildesheim

Sektion für Kunstgeschichte 

-Montag, 19. Sept. 2016, Universität Hildesheim, Raum I 010

Rahmenthema: „Objekte und Objekthaftigkeit in der Hildesheimer Kunst des 12. und 13. Jahrhunderts“

9.00 Uhr              Prof. Dr. Harald Wolter-von dem Knesebeck, Bonn: Einführung

9.15 Uhr              Dr. Dorothee Kemper, Kiel: Künstlerische Strategien zur Verdinglichung des Heiligen am Beispiel Hildesheimer Reliquiare des 12. Jahrhunderts

10.00 Uhr            Prof. Dr. Klaus Niehr, Osnabrück: Verhüllen und Öffnen. Zum Klappaltärchen aus dem Welfenschatz

10.45 Uhr            Pause

11.00 Uhr            Dr. des. Joanna Olchawa, Osnabrück: „Handlungsmacht“ und Hildesheimer Bronze-Objekte des Hochmittelalters. Ein praxeologischer Forschungsansatz

11.45 Uhr            Dr. des. Esther-Luisa Schuster, Bonn, Nadia Thalguter M.A., Hildesheim: „Das verlorene Objekt“. Neue Forschungen zur Wandmalerei im Westbau des Hildesheimer Doms

12.30 Uhr            Mittagspause

14.00 Uhr            Prof. Dr. Thomas Vogtherr, Osnabrück: Bemerkungen zum Hildesheimer Oswald-Reliquiar aus historischer Sicht

14.45 Uhr            Kaffeepause

15.00 Uhr            Dr. Florian Wöller, München: Bild, Leib, Objekt. Bemerkungen zur Liturgie der Eucharistie im Spätmittelalter


Gesamtprogramm, Anmeldung und weitere Informationen unter www.goerres-gesellschaft.de

Anmeldungen zur Teilnahme an der Generalversammlung bitten wir möglichst um­­gehend, spätestens bis Ende August 2016 vorzunehmen.

Der Besuch der Vorträge ist unentgeltlich. Bei­ratssitzung und Mitgliederver­samm­lung sind nur Mitgliedern zugänglich.

Für den Besuch der Generalversammlung der Görres-Gesellschaft in Hildesheim vom 17. bis 20. September, insbesondere der Sektion für Kunstgeschichte zum Thema „Objekte und Objekthaftigkeit in der Hildesheimer Kunst des 12. und 13. Jahrhunderts“ und verbundener Vorträge und Begehungen, schreibt die Görres-Gesellschaft einige Reisestipendien von je 200 Euro aus. Sie sind für Studierende gedacht, die an ihren Master- oder Doktorarbeiten arbeiten und über kein eigenes berufliches Einkommen verfügen. Bitte senden Sie Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen (CV, Kurzvorstellung des Themas der Abschlussarbeit) bis zum 20.8.2015 an den Sektionsleiter:

Prof. Dr. Harald Wolter-von dem Knesebeck, Kunsthistorisches Institut, Universität Bonn, Regina-Pacis-Weg 1 (Residenzschloss), D 53113 Bonn, email: hwolter@uni-bonn.de

CfP: 40. Kölner Mediaevistentagung

40. Kölner Mediaevistentagung, 13. – 16. September 2016 Irrtum

Error – Erreur

Am Irrtum scheiden sich – buchstäblich – die Geister. So hält es etwa Thomas von Aquin für die vorzügliche Aufgabe des Weisen, die Wahrheit zu bekennen und den der Wahrheit entgegenstehenden Irrtum zu bekämpfen. Ebenso betont er mit dem bekannten Adagium, daß „ein kleiner Irrtum am Anfang am Ende zu einem großen wird“ („parvus error in principio magnus est in fine“), die Notwendigkeit einer sorgfältigen Prinzipienreflexion in den Wissenschaften. Andererseits stimmt Thomas in das Lob des Aristoteles über diejenigen ein, die uns in der Suche nach der Wahrheit vorangingen und deren Beitrag unerläßlich für die Wahrheitssuche bleibt, auch wenn sie sich möglicherweise in der Sache irrten. Denn die menschliche Vernunft ist nicht zuletzt wegen ihrer Irrtumsbehaftetheit auf diese gemeinsame, generationsübergreifende Wahrheitssuche angewiesen. Damit scheint der Irrtum ein unumgänglicher Bestandteil eines wissenschaftlichen Fortschrittsbewußtseins. Kurz: „Wir irren uns empor“ (Gerhard Vollmer).

Doch was ermöglicht und garantiert die Unterscheidung von Wahrheit und Irrtum? Was sind die Kriterien einer solchen Unterscheidung? Wer ist unter welchen Bedingungen in der Lage und berechtigt, den Irrtum zu erkennen und als einen solchen festzustellen? Und welche Instanzen sind an dieser Unterscheidung beteiligt und hierfür legimitiert?

Hier tut sich ein breites Problemfeld auf, das sich zunächst aus dem Antagonismus von Irrtum und Wahrheit ergibt. Denn wie man von einer logischen und von einer epistemischen Wahrheit sprechen und diese von einer ontologischen und metaphysischen Wahrheit unterscheiden kann, wie man die hermeneutische der dialektischen Wahrheit gegenüberstellen, und wie man nach einer historischen, nach einer theologischen oder nach einer praktischen Wahrheit fragen kann etc., so kann man auf allen diesen Ebenen den Irrtum als Gegenbegriff zur Wahrheit vorfinden. Doch worauf bezieht sich der Irrtum? Was heißt es, sich zu irren? Hier differenziert sich das Wortfeld auch bedeutungsmäßig deutlich aus: So steht etwa dem Irrtum (error) das Nichtwissen (nescientia) oder die Unkenntnis (ignorantia) gegenüber. Damit sind unterschiedliche Niveaus des Irrtums angesprochen, die vom leicht zu behebenden Mißverständnis über einen durch umfassende Information oder durch wissenschaftliche Bemühung zu behebenden Mangel bis hin zu einem grundlegenden Dissens reichen, der nur mit Mühe, mitunter auch gar nicht oder nur gewaltsam aufgelöst werden kann. Anders als bei der Falschheit liegt beim Irrtum der besondere Akzent darauf, daß jemand seine epistemische Pflicht verletzt, z.B. weil er methodisch nicht sauber gearbeitet oder wichtige Fakten übersehen hat, die er hätten kennen können.

Die 40. Kölner Mediaevistentagung möchte – aus der Perspektive des Irrtums und damit aus der Perspektive der Störung, der Irritation und des Nichtgelingens – einen Blick auf die Möglichkeiten menschlichen Erkennens und Wissens sowie der daraus folgenden menschlichen Praxis werfen, ferner auf die institutionellen und historischen Bedingungen epistemischer Formationen, auf die unterschiedlichen Formen der Artikulation und des Umgangs mit Dissens und Mißlingen unter besonderer Berücksichtung der spezifischen Rahmenbedingungen jenes Milleniums, das wir aus abendländischer Perspektive als Mittelalter bezeichnen. Zu diesen Rahmenbedingungen zählen insbesondere die Fortdauer und Rezeption der hellenistisch-spätantiken Bildungstradition als des gemeinsamen Bezugspunktes für den interkulturellen Austausch und das in allen Kulturen gleichermaßen bedeutsame Spannungsfeld religiöser und theologischer Kontexte in Bezug auf die unterschiedlichen Wissensdiskurse. Daraus erwachsen charakteristische neue Konfliktfelder und unterschiedliche Lösungen für den Umgang mit als Irrtum qualifiziertem Dissens.

(1) Im Mittelpunkt steht der Schlüssel- und Referenzbegriff Irrtum und seine terminologischen Äquivalente. Doch welche begrifflichen Äquivalente gibt es? Daher gilt eine besondere Aufmerksamkeit dem Begriffsfeld von Irrtum in den unterschiedlichen – linguistischen, aber auch wissenschaftlichen, religiösen, fiktionalen etc. – Sprachen. Denn es ist die Begrifflichkeit, die den jeweiligen Bedeutungskontext für die Definitionsfrage erschließt, was unter Irrtum zu verstehen ist, bzw. worin der Irrtum besteht.

(2) Unstrittig sind die Praktiken, den festgestellten Irrtum zu korrigieren oder zu bekämpfen: sei es argumentativ, sei es disziplinarisch. In diesem Zusammenhang sind Irrtumslisten und Correctoria von hohem heuristischem Wert; sie bieten nicht nur wichtiges Material für das Verständnis konfligierender Diskurse, sondern vermitteln auch Einsicht in die zugrundeliegenden Kontrollmechanismen und -institutionen und in die entsprechenden Gegenreaktionen. In welchem Zusammenhang stehen diese Praktiken zu den epistemischen Pflichten, den Irrtum zu vermeiden oder zu beheben?

(3) Eine besondere Zuspitzung erfährt die Irrtumsfrage durch religiöse bzw. theologische Wahrheitsansprüche, die entweder einander widersprechen oder zu wissenschaftlichen Lehrmeinungen in einen Widerspruch treten. Hier tut sich ein weites Feld von Irrtum, Zensur und Rechtfertigung, von Häresie und Anathem auf, das spezifische Regularien und Praktiken hervorgebracht hat. Dies gilt nicht nur für kirchliche und religiöse Institutionen, sondern auch für die Universitäten. Und welche Ähnlichkeiten oder Unterschiede zeigen sich im interkulturellen und interreligiösen Vergleich?

(4) Doch wie steht es um die veritative Kraft des Irrtums? Der Irrtum verweist positiv auf die Fähigkeit der Unterscheidung. Was ist die Voraussetzung für diese Fähigkeit? Bedarf es hierzu eines unstrittigen Referenzpunktes, der irrtumslos – möglicherweise von jedem Menschen – eingesehen werden kann?

(5) Die Unterscheidung zwischen einer falschen, irrigen und einer richtigen, wahren Meinung bildet die Grundlage jeder wissenschaftlichen Disputation. In der erfolgreichen Widerlegung einer falschen Meinung, im Erweis des Irrtums liegt ein Erkenntnisfortschritt. Hier liegt die produktive Kraft des Irrtums. Gedankenexperimente wie auch naturwissenschaftliche Experimente, die mit falsifikatorischen Strategien arbeiten, sind ein wichtiger Bestandteil veritativer Verfahren. Doch in welchem Maße wird diese Methodik reflektiert und als wissenschaftlicher Fortschritt interpretiert? Gibt es ein Lernen aus Irrtürmern?

(6) Zweifelsohne ist der Irrtum eine anthropologische Kategorie. Er prägt auch das menschliche Handeln. Doch was ist eine irrige Handlung? Irrt der Wille oder verweist der Irrtum auf die kognitive Komponente im Handeln und Entscheiden? In welchem Verhältnis stehen Irrtum und Täuschung? Welche Auswirkung hat der Irrtum auf die Schuldfähigkeit des Menschen; inwieweit kann Unwissenheit als Schuldausschlußgrund gelten?

Auch wenn diese Fragen aus einer primär theoretischen Perspektive gestellt sind, so ist es doch auch das erklärte Ziel der 40. Kölner Mediaevistentagung, die Fragestellung des Generalthemas in der ganzen interdisziplinären Breite zu behandeln: (i) etwa anhand literarischer Stoffe und Exempel und ihrer möglichen argumentativen Strategien der Visualisierung; (ii) mit Bezug auf den technischen Fortschritt in einer ars, der auf der Korrektur einer zunächst fehlerhafte Lösung beruht; (iii) hinsichtlich der politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen irriger Entscheidungen; (iv) mit Blick auf die Konflikte, die sich beim Kampf gegen den vermeintlichen Irrtum ergeben. Vermögen wir aus Irrtümern zu lernen? Diesen Verständnisweisen von Irrtum in ihren verschiedenen Facetten, in der lateinischen und griechisch-byzantinischen, in der arabischen und hebräischen Tradition, in der Laien- und der Gelehrtenwelt, aber auch in der Alltagskultur nachzugehen rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das zumeist nur als Gegenbegriff zur affirmativ verfaßten epistemischen und praktischen Grundeinstellung gesehen wird. Der Irrtum hat es bekanntlich schwer!

Daher möchten wir Philosophen und Theologen, Historiker und Philologen, Literaturwissenschaftler und Kulturwissenschaftler, Kunst- und Wissenschaftshistoriker etc. einladen, sich mit einer geeigneten Fragestellung aus ihrem Fachbereich oder mit einer interdisziplinären Problemstellung an der 40. Kölner Mediaevistentagung zu beteiligen. Unser Ziel ist es, bisherige Sehgewohnheiten in Frage zu stellen und zu überdenken und neue Perspektiven zu eröffnen. Hierbei ist der größere Zusammenhang ebenso gefragt wie das mikrologische Detail, die Kontinuität wie die Diskursverzweigung.

Mit der kommenden 40. Kölner Mediaevistentagung begehen wir ein kleines Jubiläum. Zugleich blicken wir auf über 65 Jahre mediävistische Forschung zurück, die unter denselben Gelingensbedingungen steht wie alle Wissenschaft. Dieser Frage wollen wir in einem der Mediaevistentagung wiederum vorgeschalteten Kolloquium am 12. September 2016 ausdrücklich nachgehen.

Ich möchte mit der Bitte schließen, uns Ihre Vorschläge nach Möglichkeit bis zum 13. September 2015 (neue, verlängerte Frist für die Einreichung) zuzusenden (thomas-institut(@uni-koeln.de). Ganz besonders würde ich mich freuen, Sie im kommenden Jahr zur 40. Kölner Mediaevistentagung begrüßen zu können. Bitte leiten Sie diese Einladung gerne auch an Kolleginnen und Kollegen weiter, die noch nicht in unserer Adressendatei stehen oder lassen Sie uns die Adresse möglicher Interessenten zukommen. Herzlichen Dank!

In der Erwartung Ihrer Vorschläge verbleibe ich mit den besten Grüßen,

Köln, 8. April 2016

Andreas Speer

Wissenschaftliche Leitung und Organisation:
Prof. Dr. Andreas Speer (andreas.speer@uni-koeln.de)
Dr. Maxime Mauriège (mauriegm@uni-koeln.de)

Thomas-Institut der Universität zu Köln
Universitätsstraße 22
D-50923 KÖLN

Tel.: +49/(0)221/470-2309
Fax: +49/(0)221/470-5011
Email: thomas-institut@uni-koeln.de

www.kmt.uni-koeln.dewww.thomasinst.uni-koeln.de

Hier finden Sie den CfP auf englisch und französisch.