Veranstaltungen 2012

CfP: 2. Forum Kunst des Mittelalters

Vom 18.-21. September 2013 findet zum zweiten Mal das Forum Kunst des Mittelalters in Freiburg im Breisgau statt. Interessierte Kolleginnen und Kollegen sind dazu eingeladen, bis zum 31. August 2012 Referatsvorschläge zu den angebotenen Sektionen einzureichen. Für jedes Referat sind ca. 20 min. Vortragszeit vorgesehen. Die Vorschläge sollten maximal 300 Worte lang sein.

  • Sektion 1: Visuelle Medien und architektonische Wissenskultur in der mittelalterlichen Baukuns

Schwerpunkt: Künstlerischer Austausch

  • Sektion 2a: Oberrhein – Nürnberg – Prag: Kunst als Kommunikations-mittel im Spiegel von Mobilität und Kulturtransfer, 1380–1440
  • Sektion 2b: Beweggründe und Bedingungen von Künstlerreisen im Spätmittelalter – Unter besonderer Berücksichtigung des Alpenraums und der angrenzenden Gebiete
  • Sektion 2c: Transfer, Organisationsformen und Programmatik – Städti-sche Kirchen- und Profanbauten und ihre Netzwerke im deutschsprachi-gen Heiligen Römischen Reich des 14. und 15. Jahrhunderts

Schwerpunkt: Kunst am Oberrhein

  •  Sektion 3a: Kostbarkeitsmetaphorik in den Bildkünsten um 1400 am Oberrhein
  • Sektion 3b: Der frühe Buchholzschnitt – Ein Bildmedium im Fokus von Erziehung, Wissenschaft und Humanismus
  • Sektion 3c: Neue Forschungen zum Strassburger Münster / La Cathédrale de Strasbourg – nouvelles recherches
  • Sektion 4: Zentralisierung und Diversifizierung. Englische Kunst im Schatten des Hundertjährigen Krieges ca. 1350 – 1450
  • Sektion 5: Avignon in der Zeit des Schismas um 1400
  • Sektion 6: Früher Realismus – Junge Wilde? Malerei in Deutschland an der Schwelle der Neuzeit (1430-50)
  • Sektion 7: Retabelkunst um 1400 in Nord- und Mitteldeutschland
  • Sektion 8: Individuum und Masse. Ortsbezug und Auftraggeber-repräsentation in der textilen Serienproduktion des ausgehenden Mittelalters
  • Sektion 9: Kult und Ausstattung der Eucharistie
  • Sektion 10: Mittelalter und Moderne. Epistemologische Schnittmengen zweier Epochen
  • Sektion 11: Corpuswerke

Alle Vorschläge bitte einreichen an:

mail@mittelalterkongress.de
oder
Deutscher Verein für Kunstwissenschaft e.V.
Geschäftsstelle Berlin
Forum Kunst des Mittelalters
Jebensstraße 2
10623 Berlin

Weitere Informationen zu den einzelnen Sektionen finden Sie hier.

CfP: Sprachbilder und Bildersprache bei Meister Eckhart und in seiner Zeit

Diese Tagung der Meister-Eckhart-Gesellschaft, der Akademie des Bistums Mainz und des
Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien, Erfurt, findet vom 19.–21.4.2013 in Mainz statt.

Mystisches Sprechen ist ein Sprechen über das Unsag- und Undenkbare, ein Seiltanz
an den Grenzen der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit und der intellektuellen Greifbarkeit
des Gesagten. Gerade darin entfaltet es seine Anziehungskraft.
Die Sprache der deutschen Schriften Eckharts, die einerseits durch zahlreiche neuartig
wirkende Lehnübersetzungen aus dem Lateinischen geprägt ist, andererseits durch
eine Häufung von rhetorischen Stilmitteln, insbesondere von Oxymora, Tautologien und Metaphern, hat die germanistische Eckhart-Forschung von jeher fasziniert. Die Undurchdringlichkeit seiner in glasklare Satzkonstruktionen eingebauten Bilder ist
für die Verurteilung der „häretisch klingenden“ Sätze seiner Schriften (v.a. der deutschsprachigen) verantwortlich gemacht werden; ja, letztlich haben ihm seine Sprachbilder in erster Linie den Ruf eines „Mystikers“ eingebracht. Eckhart setzt seine
außerordentliche Bildersprache als ein Mittel dafür ein, um der Contradictio in adiecto des Sprechens vom Unsagbaren zu begegnen und zugleich auch, um die scharfe Begrifflichkeit und die spekulative Kraft seines Denkens in die Fassungskraft seiner Zuhörer und Zuhörerinnen sowie die Aussagemöglichkeiten der Volkssprache zu übersetzen. So spricht er vom Siegeldruck des Wachses, vom Echo als Widerhall einer Stimme, die man nicht hört, von der Gleichheit und Ungleichheit der Grashalme, vom Prozess des Sehens, der Holz und Auge zusammenschließt, von Bildern, die sich wechselseitig spiegeln, aber
nicht fixiert sind. Sein Programm ist, wie es später Heinrich Seuse ausdrücklich sagen wird, „Bilder mit Bildern auszutreiben“ und damit nicht zuletzt die Aussagekraft von Zeichen und Bildern angesichts des Göttlichen zu hinterfragen.

Was in der Forschung bislang noch zu wenig beachtet worden ist, sind die reichen Traditionskontexte, in denen Eckharts Bildersprache steht. Diese sind keineswegs nur deutschsprachige. Erwähnt werden könnte hier die sprachliche Seite der negativen
Theologie des Pseudo-Dionysius Areopagita; zu denken ist aber auch an die poetisch überformten Theologien einer Marguerite Porète oder einer Mechthild von Magdeburg.
Gegenstand der Tagung werden auch folgende Fragen sein: inwiefern Eckharts Bildersprache sich auch in seinen lateinischen Werken findet; inwiefern sie Eckharts begrifflich ausgearbeitete Sprache ergänzt oder überschreitet, inwiefern sie durch
literarische Entwicklungen des 13./14. Jahrhunderts in Deutschland und Frankreich beeinflusst ist oder etwa mit aktuellen Strömungen in der Musik, der bildenden Kunst und Kunsttheorie in Wechselwirkung steht. Bei Mystikerinnen geht man in der Regel recht schnell von Einflüssen der höfischen Literatur und Kultur auf das mystische Sprechen aus; kann man das bei einem Universitätsgelehrten ebenso tun?

Wir möchten Wissenschaftler verschiedener Disziplinen einladen, Ihre Forschungsergebnisse zum Sprachstil der deutschen und lateinischen Schriften Eckharts im intertextuellen, intermedialen oder diachron vergleichenden Kontext oder auch zur Bildersprache von Eckharts Zeitgenoss(inn)en zu präsentieren, in deutscher, ggf. auch in englischer Sprache. Bitte senden Sie Ihre Themenvorschläge zusammen mit einem Abstract (max. 400 Wörter) für einen 30-minütigen Vortrag bis zum 15.11.2012
an:

Prof. Dr. Cora Dietl
Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut für Germanistik
Otto-Behaghel-Straße 10B
35394 Gießen
E-Mail: cora.dietl@germanistik.uni-giessen.de

Die Reise- und Aufenthaltskosten für die Referenten werden übernommen. Die Beiträge werden im Anschluss an die Konferenz im Jahrbuch der Meister-Eckhart-Gesellschaft veröffentlicht.

Theater des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit: Kulturelle Verhandlungen in einer Zeit des Wandels

Diese Tagung findet vom 07.02.2013-08.02.2013 in Amsterdam statt.

Das theatrale Geschehen des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit in Europa befindet sich in einer Übergangszeit von in Festlichkeiten eingebundenen Spielformen einerseits und einer an einen festen Bühnenort gebundenen Theaterpraxis andererseits. Diese Übergangszeit ist geprägt von einer breiten Palette dramatischer Darbietungsformen: Schauspiele mit Laiendarstellern auf temporären Bühnen in den Städten, Darbietungen wandernder Schauspieltruppen, Aufführungen in Wirtshäusern, Schulen und anderen geschlossenen Räumen sowie höfische Aufführungspraktiken sind nur einige der bekanntesten Spielformen der Zeit.

Im Mittelpunkt der Tagung steht die Frage, wie in dieser Zeit in und durch theatrale(n) Formen kulturelle Spannungen verhandelt werden. Es wird davon ausgegangen, dass gerade im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit die Gesellschaft in theatralen Darbietungen ihre politischen, sozialen und kulturellen Bedingtheiten sowie (verborgene) Machtstrukturen überprüft, festigt oder aber in Frage stellt. Dabei beeinflusst eine Vielzahl von Elementen wie gesellschaftliche Anerkennung von Schauspiel und SchauspielerInnen, Zensurmechanismen durch die Behörden, Einbezug der Bevölkerung in das theatrale Geschehen, aber auch die räumliche Situierung des Theatergeschehens innerhalb des vorgegebenen (und sich wandelnden) topographischen und topologischen Gefüges die Art und Weise, wie diese Verhandlungen auf die Zuschauenden rückwirken konnten.

Ein besonderes Augenmerk soll dabei auch auf die Frage gerichtet werden, auf welche Weise die Forschung Erkenntnisse aus der historischen Theaterforschung einerseits und einer vorwiegend an Texten orientierten Literaturwissenschaft andererseits fruchtbar verbinden kann. Soziale und kulturelle Verhandlungen sollen sowohl anhand der Lektüre überlieferter Dramentexte als auch aus der versuchten historischen Einbettung von Aufführungen beleuchtet werden. Zu fragen ist insbesondere danach, auf welche Weise eine Verbindung der unterschiedlichen Perspektiven theoretisiert werden kann im Hinblick auf die Theaterpraxis des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit in Europa.

Die Tagung ist interdisziplinär ausgerichtet und berücksichtigt Themenvorschläge aus den Gebieten der Literatur-, Kultur- und Theaterwissenschaft sowie aus angrenzenden Gebieten.

Tagungssprache ist im Prinzip deutsch, englischsprachige Vorträge können jedoch auch berücksichtigt werden.

Bitte senden Sie Ihre Abstracts (300-500 Wörter) bis zum 15. Juli 2012 an e.huwiler@uva.nl

Die Benachrichtigung über die Annahme des Abstracts erfolgt spätestens am 31. August 2012.

Eine Publikation der Tagungsbeiträge ist vorgesehen, wobei der Herausgeberschaft eine Selektion vorbehalten bleibt.

Kontakt:

Dr. Elke Huwiler
Assistant Professor Deutsche Literaturwissenschaft
Universität Amsterdam
Spuistraat 210
1012 VT Amsterdam

Cyprus in Medieval Times – a Place of Cultural Encounter

Organised by the Institute of Byzantine and Modern Greek Studies and
the Institute for Interdisciplinary Studies – both University of
Münster – the aim of the conference „Cyprus in Medieval Times – A
Place of Cultural Encounter“ (December 6-8 2012) is to shed light on
the multifacited history and culture of Cyprus from Late Antiquity to
the Ottoman conquest in 1571.
In their papers the scholars invited for this conference will analyse
and discuss the island’s political situation within the Eastern
Mediterranean, its cultural development under changing ruling elites
and its important role as a mediator between East and West (read more / weitere Informationen und Tagungsprogramm).

Kontakt:

Michael Grünbart
Westfälische Wilhelms-Universität
Institut für Byzantinistik und Neogräzistik
Rosenstraße 9
48143 Münster
Tel.: +49 251 8325112 (8325110)
E-Mail: gruenbart@uni-muenster.de

Laufende Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte des Elsass

Diese Tagung findet vom 30.11.2012-01.12.2012 in Freiburg im Breisgau statt.

Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien präsentieren ihre derzeitigen Forschungsprojekte zum mittelalterlichen Elsass, seiner Geschichte und Kultur. Damit setzt sich der seit einigen Jahren immer wieder stattfindende fruchtbare Gedankenaustausch zwischen der deutschen und französischen Mediävistik über einen historischen Raum fort, der im Fokus beider Forschungstraditionen steht.

Weitere Informatione, sowie das Tagunsprogramm finden Sie hier.

Kontakt:

Isolde Schillingerw
Historisches Seminar
Abteilung Landesgeschichte
Werthmannstr. 8
79085 Freiburg
Tel.: 0761/203-3459
Tel.: 0761/203-9188
E-Mail: isolde.schillinger@geschichte.uni-freiburg.de

CfP: Sozialgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit nach dem Cultural Turn

Diese Konferenz findet vom 23.11.2012-25.11.2012 in Zürich statt.

Die Kulturalisierung des Fachs Geschichte in den Jahrzehnten hat viele neue und inspirierende Themenfelder, Perspektivierungen und Methoden hervorgebracht, die zweifelsohne als eine grundlegende Bereicherung gelten können. Dabei wurde und wird zuweilen bedauert, dass mit dem „Siegeszug der Kulturgeschichte“ der Blick auf das Soziale verloren zu gehen droht. Bei einer erneuten Aufwertung der Sozialgeschichte kann es jedoch nicht um eine bloße Fortsetzung einer historischen Sozialwissenschaft gehen, da der Cultural Turn nicht nur den Blick auf die kulturellen Deutungsmuster der historischen AkteurInnen, sondern der HistorikerInnen selbst geschärft hat. Gerade für die Vormoderne stellt sich hier die Herausforderung, wie wir die Brücke zwischen unseren modernen Denkkategorien und dem historischen Material stellen. Der Brackweder Arbeitskreis lädt zur Vorstellung von Projekten ein, die anhand konkreter Thematiken auch auf diese theoretische Ebene eingehen. Als (möglicher) Anknüpfungspunkt für die methodischen Reflektionen sollen im folgenden einige Thesen dazu formuliert werden, warum „das Soziale“ wichtig bleibt und wie eine Sozialgeschichte nach den turns aussehen könnte.

1. Eine genuin historische Interpretation oder Rekonstruktion von Bedeutungen braucht die gleichzeitige Analyse von sozialen Wirkungen.

Die Einsicht, dass jede Art von Repräsentation der Wirklichkeit symbolische Konstruktion ist, hat dazu verleitet, dass der Erweis dieser symbolischen Konstruiertheit bzw. die detaillierte (Neu-)Interpretation zuweilen zum Selbstzweck gerät, ohne dass nach der Wirksamkeit bzw. Relevanz konkreter kultureller Phänomene für die historischen Akteure gefragt wird. Doch die in der gelehrten Reflexion schier unendlichen Möglichkeiten, kulturelle Artefakte und Texte zu interpretieren, sollten nicht vergessen lassen, dass in historisch konkreten Situationen keineswegs unendliche viele Möglichkeiten frei entfaltet werden können. Kulturelle Objekte oder Praktiken können als historisch spezifische deshalb nicht nur hinsichtlich ihrer Bedeutung, sondern auch in Hinblick auf ihre Wirksamkeit, ihr Verhältnis zu sozialen Zwängen und ihren Gebrauch unter situativem Druck analysiert werden. (Algazi)

2. Die Beschreibung von Kultur als know how integriert einerseits soziale, wirtschaftliche und politische Handlungsformen und kommt andererseits nicht ohne soziale (und ökonomische) Verortung aus.

Wenn Kultur als tool kit (Swidler), als strikt körpergebundes know how oder Handlungsrepertoire verstanden wird, können darunter einerseits auch Handlungsweisen verstanden werden, die sonst nicht unbedingt als „kulturelle“ aufgefasst werden – der Umgang mit Geschenken, Kreditinstrumenten oder mit Egge und Pflug ebenso wie der mit Pinsel und Schreibwerkzeug. Anderseits ist der Blick auf die konkreten Akteure, die Träger dieses „kulturellen Kapitals“ (Bourdieu) unumgänglich, und das heisst auch: der Blick auf den Aufwand an Ressourcen und die Bedingungen, unter denen Handlungsrepertoires weitergegeben werden, auf die Form der Beziehungen, Institutionen und Netzwerke, die für die Strukturierung, die Reproduktion oder Umformung und den Transfer von Handlungsrepertoires sorgen.

3. Die Fokussierung auf soziale (oder kulturelle) Praktiken erlaubt eine Erforschung und Darstellung historischer Phänomene jenseits des Dualismus von Struktur und Akteur, jenseits von Reproduktion und Transformation.

Im Unterschied zu Bourdieus „Entwurf einer Theorie der Praxis“ betonen neuere praxeologische Ansätze neben der für etablierte Praktiken charakterisitischen Repetetivität und Strukturiertheit stärker deren Variabilität. Zudem werden die Praktiken, die historische Akteure beherrschen, dabei als grundsätzlich heterogen und nur als lose gebündelt gedacht (Swidler). Die Beobachtung und Analyse von Praktiken eignet sich zu kontrollierten Rekonstruktion sozialer Gebilde, ohne vorgängig mit Großkategorien(Klasse, Stand, Schicht) setzen zu müssen. Sie bietet die Möglichkeit, historische Veränderung und Verstetigung gleichermaßen zu beschreiben. Die Aufgabe, zufällige Kohärenzen, funktionale Zusammenhänge oder die systemische Aggregation von Praxiskomplexen zu beschreiben, ist eine Herausforderung nicht nur für KulturhistorikerInnen (Reckwitz).

4. Die Betonung der Materialität kultureller Artefakte verändert die Konzeption des Sozialen.

Während soziale Beziehungen herkömmlich als solche von Menschen untereinander gedacht werden, müssen wir darüber nachdenken, ob auch materielle Objekte in der Konzeptualisierung des Sozialen ihren Platz finden müssen. Menschen hantieren tagtäglich mit verschiedensten Dingen, die Handlungen maßgeblich mitstrukturieren (Reckwitz). Prinzipiell ist dabei aber zu betonen, dass die Beziehung von Menschen zu Dingen in der Regel die Beziehung zu anderen Menschen impliziert. Das betrifft den Umgang mit Dingen (Herstellung, Gebrauch, Konsum), der in der Regel von anderen Menschen gelernt wird, aber auch deren Verfügbarkeit (Nutzungsmöglichkeit, Besitz, Eigentum).

Willkommen sind Beiträge von NachwuchswissenschaftlerInnen (30min), die anhand eines konkreten Projektes grundsätzliche methodische Fragen zur Sozialgeschichte nach dem Cultural Turn thematisieren, wobei das Verhältnis zwischen Fallstudie und expliziter theoretischer Reflektion unterschiedlich gewichtet werden kann. Wir begrüßen ebenfalls Beiträge aus anderen Disziplinen als der Geschichtswissenschaft. Zuschüsse zu Fahrt- und Übernachtungskosten sind beantragt, können aber nicht garantiert werden. Beiträge mit einem kurzen abstract sind bis zum 30. Juni 2012 willkommen.

Kontakt:

Almut Höfert
Historisches Seminar der Universität Zürich
Karl-Schmid-Strasse 4
CH-8006 Zürich
Tel.: +41 44 634 2790
Tel.: +41 44 634 4913
E-Mail: almut.hoefert@uzh.ch

Literatur als mögliche Anregung:
Gadi Algazi, Kulturkult und die Rekonstruktion von Handlungsrepertoires, in: L’homme: Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft 11,1 (2000), S. 105-119; Pierre Bourdieu, Entwurf einer Theorie der Praxis auf der ethnologischen Grundlage der kabylischen Gesellschaft. Frankfurt am Main 1979; Pierre Bourdieu, Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital. In: Reinhard Kreckel (Hg.): Soziale Ungleichheiten. Göttingen 1983, S. 183–198; Andreas Reckwitz, Grundelemente einer Theorie sozialer Praktiken. In: Ders.: Unscharfe Grenzen. Perspektiven der Kultursoziologie. Bielefeld 2008, S. 97–130; Ann Swidler, Culture in Action. Symbols and Strategies. In: American Sociological Review 51,2 (1986), S. 273–286.

Pluralität – Konkurrenz – Konflikt

Unter dem Titel „Pluralität – Konkurrenz – Konflikt. Religiöse Spannungen im städtischen Raum der Vormoderne“ veranstaltet das Forum Mittelalter der Universität Regensburg seine diesjährige Jahrestagung vom 22.11.2012-24.11.2012. Im Vorfeld der Jahrestagung soll wie schon in vergangenen Jahren ein Doktorandenworkshop „Junge Städteforschung – Religiöse Gruppen, Institutionen und Kommunikationsformen in der Stadt“ stattfinden (Do, 22.11.12, 15-18 Uhr).

Das Forum Mittelalter der Universität Regensburg ist ein interdisziplinärer mediävistischer Forscherverbund, der seinen Schwerpunkt seit mehreren Jahren auf die Analyse urbaner Kulturen, Institutionen und Räume in vergleichender gesamteuropäischer Perspektive legt (www.forum-mittelalter.de). Auf den bisherigen Jahrestagungen wurden die spezifischen Voraussetzungen, Formen und regionalen Differenzen urbaner Kommunikation (2006) und Repräsentation (2007) erhoben, das mittelalterliche Kultgeschehen als Faktor für städtische Binnendifferenzierung, Identitätssicherung und Konkurrenzen analysiert (2009) und mit der Untersuchung der kulturellen Dynamik des urbanen Raums eine wichtige Perspektive für die vergleichende und interdisziplinäre Städteforschung (2008 und 2010) erschlossen. Im letzten Jahr bezog die Leitfrage nach Bedingungen und Folgen vormoderner Metropolität auch die Spätantike und die Frühneuzeit mit ein. Diese spannende Perspektive der longue durée in der europäischen Vormoderne wird im Jahr 2012 beibehalten.

In kulturhistorischer Perspektive können Städte als Orte verdichteter kommunikativer Beziehungen und eines komplexen räumlichen Arrangements analysiert werden. Gerade größere Städte generieren dabei sowohl ein höheres Maß an Pluralität und Freiheit als auch striktere Mechanismen sozialer Disziplinierung und Normierung. Dies trifft auf die Träger, Felder und Formen religiöser Kommunikation in besonderem Maße zu. Städte waren in der Vormoderne Zentren des religiösen Geschehens, Schauplätze blutiger Religionskonflikte und Laboratorien diskursiv bewältigter Pluralität. Die Regensburger Tagung möchte einerseits neuere Forschungen auf epochenspezifischen Feldern wie z.B. der Bedeutung von Städten für spätantike Christenverfolgungen, den Facetten urbaner Häresien im Mittelalter, der Konkurrenz kirchlich-kultischer Institutionen im urbanen Kontext oder dem Stellenwert der ’städtischen Reformation‘ im reformatorischen Geschehen präsentieren.

Andererseits wird angestrebt, Beträge in fächer- und epochenübergreifender Perspektive zu gewinnen. Die Rückbindung an religiöse Vorstellungen tangierte in der Vormoderne alle gesellschaftlich relevanten Lebensbereiche, sei es die Konzeption von Herrschaft, die Praxis familiärer Memoria oder die Bildung sozialer Netzwerke. Zugleich prägte die Vielzahl und Bedeutung ihrer Tempel, Kirchen, Kulte und Religionsgemeinschaften die überregionale Ausstrahlung und urbanistische Qualität vieler urbaner Zentren in Altertum, Mittelalter und früher Neuzeit. Die Regensburger Tagung thematisiert – unter den unterschiedlichen (religions)politischen, sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen der jeweiligen Epochen und Regionen – die Bedingungen und Folgen religiöser Pluralität, ihre Einbindung in die Formen städtischer Herrschaft und in die Formierung sozialer Gruppen, ihre Wirkungen auf die Abgrenzung und Besetzung urbaner Räume, ihre mediale Sichtbarmachung im städtischen Kommunikationsgeschehen und ihre Konfliktpotenziale innerhalb und außerhalb der Stadt.

Die Bildung vier thematisch aufeinander bezogener Schwerpunkte soll der fächer- und epochenübergreifenden Diskussion zugute kommen:

1) Religiöse Pluralität und urbane Topographie

2) Religiöse Kommunikation und ihre Medien

3) Religiöse Konkurrenzen und soziale Gruppen

4) Interreligiöser Dialog und religiös begründete Gewalt
Weitere zum Tagungsthema passende Vortragsvorschläge sind willkommen.

Die Vorträge werden – neben einem Abendvortrag am 22.11.12 – auf zwei Tage verteilt (Freitag, 23.11.12, ca. 9-18 Uhr und Samstag, 24.11.12, ca. 9-15 Uhr). An die jeweils 30-minütigen Vorträge soll sich eine ebenfalls halbstündliche Diskussion anschließen. Es ist geplant, die Beiträge in der Reihe Forum Mittelalter-Studien (Verlag Schnell und Steiner, Regensburg) zu veröffentlichen.

InteressentInnen werden gebeten, eine kurze Skizze ihres Vortrags mit Arbeitstitel einzureichen. Dabei sollte das Thema und der methodische Zugriff erläutert werden. DoktorandInnen mit einschlägigen Dissertationsthemen können sich als DiskussionsteilnehmerInnen anmelden.

Senden Sie Ihren Vortragsvorschlag oder die kurze Erläuterung Ihres Dissertationsvorhabens (jeweils mit Angaben zur Person) bitte bis zum 14.05.2012 per Email an: andrea.hofmann@geschichte.uni-regensburg.de

NachwuchswissenschaftlerInnen sind herzlich eingeladen, im Rahmen des Doktorandenworkshops ihre Promotionsprojekte aus dem Umfeld der mediävistisch-kulturwissenschaftlichen Städteforschung vorzustellen und zu diskutieren. Anschließend haben die Workshopteilnehmer die Möglichkeit, als Diskutanten an der Tagung „Städtische Kulte im Mittelalter“ teilzunehmen.

Interessenten werden gebeten, eine kurze Skizze ihres Projekts mit Arbeitstitel einzureichen. Dabei sollte das Thema und der methodische Zugriff erläutert werden. Senden Sie Ihre Projektskizze (mit Angaben zur Person) bitte bis zum 14.5.2012 per Email oder auf dem Postweg an Prof. Dr. Jörg Oberste.

Kontakt:

Prof. Dr. Jörg Oberste
Sprecher des Forums Mittelalter
Institut für Geschichte
Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften
Universität Regensburg
D – 93040 Regensburg
Tel.: 0941/943-3537 (-3536 Sekr.)
E-Mail: joerg.oberste@web.de

Andrea Hofmann M.A.
Wissenschaftliche Koordination
Forum Mittelalter
Institut für Geschichte
Universität Regensburg
D – 93040 Regensburg
Tel.: 0941/943-3597
E-Mail: andrea.hofmann@geschichte.uni-regensburg.de

Pluralität – Konkurrenz – Konflikt. Religiöse Spannungen im städtischen Raum der Vormoderne. Jahrestagung und Doktorandenworkshop

Pluralität. Konkurrenz. Konflikt. Religiöse Spannungen im städtischen Raum der Vormoderne

Diese Tagung findet vom 22.-24. November 2012 in Regensburg statt.

In kulturhistorischer Perspektive können Städte als Orte verdichteter kommunikativer Beziehungen und eines komplexen räumlichen Arrangements analysiert werden. Gerade größere Städte generieren dabei sowohl ein höheres Maß an Pluralität und Freiheit als auch striktere Mechanismen sozialer Disziplinierung und Normierung. Dies trifft auf die Träger, Felder und Formen religiöser Kommunikation in besonderem Maße zu. Städte waren in der Vormoderne Zentren des religiösen Geschehens, Schauplätze blutiger Religionskonflikte und Laboratorien diskursiv bewältigter Pluralität.

Die Regensburger Tagung möchte einerseits neuere Forschungen auf epochenspezifischen Feldern präsentieren und beschäftigt sich dabei mit der Bedeutung von Städten für spätantike Christenverfolgungen, den Facetten urbaner Häresien im Mittelalter, der Konkurrenz kirchlich-kultischer Institutionen oder christlicher und jüdischer Religion im urbanen Kontext sowie dem Stellenwert der ’städtischen Reformation‘ im reformatorischen Geschehen. Überdies konnten mit Blick auf die Relevanz der Religion für alle vormodernen Lebensbereiche Beiträge in fächer- und epochenübergreifender Perspektive gewonnen werden. Insgesamt thematisiert das Kolloquium – aus den Blickwinkeln von Geschichte, Judaistik, Kirchengeschichte, Kunstgeschichte und Philosophie – die Bedingungen und Folgen religiöser Pluralität, ihre Einbindung in die Formen städtischer Herrschaft, ihre Wirkungen auf die Abgrenzung und Besetzung urbaner Räume, ihre mediale Sichtbarmachung im städtischen Kommunikationsgeschehen und ihre Konfliktpotenziale innerhalb und außerhalb der Stadt.

Im Vorfeld der Jahrestagung soll wie schon in vergangenen Jahren ein Doktorandenworkshop „Junge Städteforschung“ stattfinden, der in diesem Jahr Projekte zum Thema „Religiöse Gruppen, Institutionen und Kommunikationsformen in der Stadt“ diskutiert (Do, 22.11.12, 14-18 Uhr, Runtingersaal der Stadt Regensburg).

Weitere Informationen, sowie das Programm der Tagung finden Sie hier.

Kontakt:

Susanne Ehrich
Forum Mittelalter
Universität Regensburg
D-93040 Regensburg

E-Mail: susanne.ehrich@geschichte.uni-regensburg.de

CfP: Die Zisterzienser und die Textüberlieferung (12.-18. Jh)

Ein internationales Kolloquium findet vom 22.-24. Nov. 2012 in Troyes (Frankreich) über die Rolle der Zisterzienserabteien und deren Büchersammlungen in der Textüberlieferung statt. Das Kolloquium wird im Rahmen des von der ANR geförderten Projekts BIBLIFRAM über mittelalterliche Bibliotheken (2009-2012) organisiert.

Die Zisterzienser werden in der heutigen Forschung eher durch ihre Bemühungen zum Zentralismus und Vereinheitlichung, insbesondere im Bereich der Liturgie, der Architektur oder der pragmatischen Schriftlichkeit, berücksichtigt, als durch ihre Lust nach Texten und ihre textkritischen Arbeiten. Die Bibliotheken der weißen Mönche zeugen aber davon, dass der Orden kein Feind der Wissenschaft und des Studiums war, sei es durch die zahlreichen Bestände, sei es durch äußerst seltene bzw. unerwartete Texte.

Wie konnten sich die Zisterzienser Texte und Exemplare beschaffen? Welche Netzwerke haben sie ausgenutzt? Hatten sie auch festgelegte Auswahlkriterien, und war die Suche nach Texten koordiniert? Wenn viele mittelalterliche Texte nur durch Handschriften mit zisterziensischer Provenienz überliefert sind, ist es nur Zufall, oder die Konsequenz eines weitaus größeren Interesse, als bisher angenommen?

Handschriften- und Textüberlieferungen wie Bibliothekskataloge sollen in diesem Hinblick neu ausgedeutet werden, um die Eigentümlichkeiten der zisterziensischen Bibliotheken zu erkunden, die ggfs. eine kulturelle oder geistige Identität beweisen, und um die Bücherbestände und deren Entwicklung auch in der frühen Moderne zu verstehen.

Erwartet werden Beiträge über alle Aspekte der Textüberlieferung durch Zisterzienser. Unter anderen:

  • Textform und Texttypen: weltliche bzw. geistliche Literatur (Klassiker, Geschichte, Jura, Medizin, Fiktion); Prosa und Reimform.
  • Beziehungen zwischen den Zisterziensern und anderen Orden.
  • Buchproduktion und Buchverwaltung (Bibliotheken und Kanzleien, Kataloge und Inventare, Einführung des gedruckten Mediums…).
  • Die Zisterzienser und das geistiges und geistliches Studium (Verhältnis zur Universität, gelehrte und textkritische Unternehmen…)

Beiträge über Bibliotheken ab dem 13. Jh. und in weniger erforschten Zeitperioden sind willkommen.

Beiträge werden vorzugsweise auf französisch gehalten (wenn nicht, wird eine französische Zusammenfassung bzw. Übersetzung zu Verfügung gestellt). Erwartet werden 40-Minuten lange Beiträge; eine Sitzung mit kleineren, 20-Minuten langen Beiträgen (z.B. die Rolle der Zisterzienser in der Überlieferung eines einzelnen Textes) ist vorgesehen.

Vorschläge werden bis zum 15. April 2012 erbeten und können an Anne-Marie Turcan-Verkerk (anne-marie.turcan@irht.cnrs.fr) eingereicht werden.
Die Abstracts sollten einen Umfang von 3000 Zeichen nicht überschreiten.

Kontakt:

Anne-Marie Turcan-Verkerk
Institut de Recherche et d’Histoire des Textes (CNRS UPR 841)
40, avenue d’Iéna
+33 144 439 094
E-Mail: anne-marie.turcan@irht.cnrs.fr

Call for Applications: Claudio Leonardi Fellowship

The International Society for Medieval Latin Studies (S.I.S.M.E.L.) announces the creation of a fellowship in honour of Claudio Leonardi (1926-2010), its founder and first President.
The grant will allow one scholar (postdoc) to spend a period of one year pursuing research on Medieval Latin culture and texts.

  • The fellowship is awarded with a monthly net stipend of 1.500 Euro.
  • The fellowship will start on January 2013.
  • The fellow will hold two seminars and three lessons in the SISMEL courses during his fellowship.
  • SISMEL will publish his/her research at the SISMEL Edizioni del Galluzzo www.sismel.it (on the basis of a peer-review evaluation).

Applications should be submitted, with a curriculum vitae and a description of the research project, by November 15, 2012, via email, to the President of SISMEL, presidenza@sismelfirenze.it.

The SISMEL evaluation committee will take into account the scientific importance and the feasibility of the research project.

The assignment of the fellowship will be made before December 22, 2012.
The fellow will then give a fifteen minute lecture on his/her research during the General Assembly of the SISMEL (Spring, 2013)

For further information please see www.sismelfirenze.it.