Zeitschrift

Zeitschrift des Mediävistenverbandes

Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung versteht sich als Forum für die interdisziplinäre Mediävistik. Jede Ausgabe widmet sich fachübergreifend einem speziellen Thema der Mittelalter-Forschung. Daneben finden Sie Berichte zu wesentlichen Ergebnissen, Diskussionen und Neuerscheinungen aus verschiedenen Disziplinen, die für die gesamte Mediävistik von Bedeutung sind.

Die Zeitschrift des Verbandes erscheint seit 1996.
Sie wird von Regina Toepfer im Auftrag des Präsidiums des Mediävistenverbandes herausgegeben.

ISSN: 0949-0345
Erscheinungsweise: 2 Hefte pro Jahr

Call for Papers: Tanz. Perspektiven mediävistischer Forschung

Der Mediävistenverband e.V. veröffentlicht seit 1996 die halbjährlich erscheinende Zeitschrift „Das Mittelalter“, die international an über 1100 Mitglieder des Verbandes versandt wird. Die Hefte von „Das Mittelalter“ sind thematisch ausgerichtet, interdisziplinär zusammengesetzt und diskutieren aktuelle Fragestellungen aus allen Bereichen mediävistischer Forschung.

Das interdisziplinär ausgerichtete Themenheft „Tanz. Perspektiven mediävistischer Forschung“ (2018-2) wird herausgegeben von Dr. Philip Knäble (Geschichtswissenschaft, Georg-August-Universität Göttingen), PD Dr. Gregor Rohmann (Geschichtswissenschaft, Goethe-Universität Frankfurt am Main/Georg-August-Universität Göttingen) und PD Dr. Julia Zimmermann (Mediävistische Germanistik, Ludwig-Maximilians-Universität München).

Abstract:

‚Tanz in der Vormoderne‘ ist ein Forschungsgegenstand, der wie kaum ein anderer verschiedene geistes- und sozialwissenschaftliche Fachdisziplinen zu seiner Betrachtung einlädt. Ebenso heterogen wie die am mittelalterlichen Tanz interessierten Disziplinen sind freilich die jeweiligen Fragestellungen und Herangehensweisen. Auffallend ist dabei, dass sich die Forschungsbeiträge trotz differierender Methoden und Analysekategorien immer wieder an begrifflichen Gegenüberstellungen wie Disziplin und Ekstase, Ordnung und Unordnung, Aufführung und Schrift/Bild, Sakralität und Profanität, Norm und Devianz usw. orientieren.

So hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in den kunst- und literaturwissenschaftlich ausgerichteten Beiträgen der Fokus insbesondere auf Fragen etwa nach der Dämonisierung bzw. Spiritualisierung in den zeitgenössischen Wertungen des Tanzes gerichtet. Die geschichtswissenschaftlich geprägten Zugänge haben Tanz indes entweder in Zusammenhang mit Formen der Ritualität und des Zeremoniells (zumal der höfischen Kultur) aufgefasst oder als Gegenstand klerikaler und/oder obrigkeitlicher Disziplinierung. Nur wenige Arbeiten deuten in diesem Zusammenhang an, dass Tanz – sei es in seiner körperlichen Ausführung, sei es seiner zeitgenössischen Diskursivierung – bei weitem nicht in einer dichotomisch angelegten kommunikativen Funktion aufgeht. Vielmehr werden in den verschiedenen Medien seiner Vermittlung ausgesprochen ambivalente Deutungsmuster verhandelt. Erst in jüngerer Zeit wird in der Forschung zudem verstärkt die religiöse Tanzkultur in den Blick genommen, wobei sich Überschneidungspunkte zwischen kulturell unterschiedlichen Ausprägungen (z.B. zwischen lateinischer und griechischer Christianität, zwischen jüdischen, muslimischen und christlichen Kulturen) erahnen lassen. Solche Überschneidungen wurden bislang nicht interdisziplinär betrachtet.

An diesem Punkt will das geplante Themenheft „Tanz“ ansetzen: In gezielt interdisziplinärer Ausrichtung soll die programmatische Aufforderung der Zeitschrift aufgegriffen werden, indem aktuelle mediävistische Perspektiven auf interkulturelle und intermediale Transfer- und Verflechtungsprozesse zusammengeführt und gebündelt werden (z.B. zu jüdischen Tanzmeistern an christlichen Höfen, zu Wechselwirkungen zwischen griechischem und lateinischem Tanzdiskurs u.a.). Ziel ist es dabei, die separiert agierenden Forschungen zum mittelalterlichen Tanz in den Geschichts-, Musik-, Religions-, Kunst- und Theaterwissenschaften, in den Mittelalter-Philologien, Islamwissenschaften, in Judaistik, Byzantinistik u.a. durch exemplarische Fallstudien in einen interdisziplinären Dialog treten zu lassen.

Der interdisziplinäre Ansatz erfordert eine klar eingegrenzte Fragestellung. Vor dem Hintergrund der hier nur angedeuteten Potentiale und Desiderate der Forschung gilt es zu hinterfragen, inwiefern das Nebeneinander verschiedener Forschungspositionen und der mit ihnen vermittelten Oppositionen als Ausdruck einer Ambivalenz zu verstehen sind, die dem Tanz seit jeher eignet. Die Frage setzt somit an einem wesentlichen Schnittpunkt bisheriger Erkenntnisse an, indem sie zur gemeinsamen Reflexion über Ambivalenzen des Tanzes anregen, zugleich aber auf künftige Aufgaben, Chancen und Gefahren aufmerksam machen will.

Verbindlicher Zeitplan:
30. Mai 2017: Frist für die Einsendung der Vorschläge
20. Juni 2017: Zusage der Herausgeber
8. Januar 2018: Frist für die Einsendung der Beiträge zum peer review
23./24. März 2018: Heft-Workshop in Göttingen
30. Mai 2018: Abgabe der überarbeiteten Beiträge
Ende November 2018: Erscheinen des Themenhefts

Bitte senden Sie ihren Themenvorschlag für einen Beitrag als Abstract (ca. eine Seite) bis zum 30. Mai 2017 an:

julia.zimmermann@lmu.de

Den Call for Papers finden sie hier als pdf.

Bestellungen

Bitte über De Gruyter, s. Zeitschriften-Kontakt.

Verfügbar sind:

  • Jahresabonnement (Print- und Online-Ausgabe)
  • Einzelhefte

Kontakt

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Themenhefte

Vorschläge für die Gestaltung von Themenheften können von allen fachlich einschlägig qualifizierten Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland bei der Schriftführung eingereicht werden. Alle eingegangenen Vorschläge werden vom Präsidium des Mediävistenverbandes evaluiert und bei Befürwortung dem Beirat zur Begutachtung vorgelegt. Dieses interdisziplinär und international besetzte Gremium prüft die Vorschläge und entscheidet nach einem mehrstufigen Begutachtungsverfahren über die Annahme.